Osten verlor 2015 erneut tausende Arbeitskräfte

Seit Jahren steigt in Deutschland die Zahl der Erwerbstätigen: Schon 2007 wurde die Zahl von 40 Millionen Arbeitskräften deutschlandweit nach oben durchbrochen, seither sind es noch einmal gut 3 Millionen mehr geworden. Doch die gute Entwicklung vollzieht sich regional unterschiedlich und geht an den ostdeutschen Bundesländern weitgehend vorbei. Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern, wo im vergangenen Jahr 1000 zusätzliche Erwerbstätige gezählt wurden, verloren die vier anderen Ostländer 2015 jeweils tausende Arbeitskräfte. Den größten Verlust verzeichnete Sachsen-Anhalt mit einem Minus von gut 7000 Arbeitskräften, in Thüringen und Sachsen betrug der Rückgang jeweils über 4000 Erwerbstätige. Brandenburg verlor nach den vorläufigen Daten des Arbeitskreises Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder lediglich etwa 1000 berufstätige Frauen und Männer und profitiert offenbar von dem anhaltenden Job-Aufwuchs in Berlin.

Insgesamt verringerte sich auf dem Gebiet der neuen Bundesländer (ohne Berlin) die Zahl der Erwerbstätigen im vergangenen Jahr um knapp 15.700 oder 0,3 Prozent verglichen mit 2014. In Westdeutschland dagegen verzeichneten alle Länder Zuwächse, insgesamt entstanden über 300.000 neue Arbeitsplätze im Westen. Damit erreichte die Zahl der Erwerbstätigen dort einen neuen Höchststand. Den größten Zuwachs erlebten Bayern (+88.000), Nordrhein-Westfalen (+64.000), Baden-Württemberg (+54.000) und Hessen (+33.000).

Die Statistik erfasst alle Personen, die in den jeweiligen Ländern ihren Wohn- und Arbeitsort haben, zudem diejenigen, die zur Arbeit in die Region einpendeln. Als Erwerbstätige zählen Arbeitnehmer, darunter auch Teilzeitbeschäftigte, Beamte, Heimarbeiter oder Minijobber, ebenso wie Selbstständige. (nl)

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