Netzausbau lahmt – Strompreis steigt 2017 um 30 Euro

DÜSSELDORF. Der Strompreis für einen 3-Personenhaushalt könnte 2017 um 30 Euro im Jahr steigen, weil die Netzbetreiber ihre Entgelte erhöhen. Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat inzwischen angekündigt, seine Preise zum Jahreswechsel um 80 Prozent anzuheben, schreibt das Handelsblatt. Vor allem für Unternehmen mit hohem Energieverbrauch wird die Kostenbelastung deutlich größer. Das Handelsblatt rechnet vor, dass ein Betrieb mit 300 Millionen Kilowattstunden Jahresverbrauch mit zusätzlichen 2,7 Millionen Euro rechnen muss. Für den Preisanstieg seien vor allem die hohen Kosten wegen des unzureichenden Netzausbaus verantwortlich, so Tennet-Geschäftsführer Urban Keussen. Teuer sind vor allem die „netzstabilisierenden Notmaßnahmen“, wenn die Netzbetreiber darauf reagieren müssen, dass bei Sonnenschein und starkem Wind diese erneuerbaren Energien die Netze an ihre Kapazitätsgrenzen bringen.

Tennet ist einer von vier Netzbetreibern in Deutschland, das Netzgebiet erstreckt sich von Schleswig-Holstein, Niedersachsen über Hessen bis nach Bayern. In Ostdeutschland ist der Netzbetreiber 50Hertz aktiv, das Unternehmen ist vor allem auch für den Netzanschluss der Ostsee-Windparks verantwortlich. 50Hertz kündigte nach Tennet inzwischen ebenfalls an, die Netzentgelte 2017 um etwa 45 Prozent zu erhöhen.

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